Gelenkinfos

 

 

Die Bewegungen selbst werden durch das Anspannen und Strecken der am Gelenk anschließenden Muskulatur ermöglicht. Wenn man den Unterschenkel nach hinten abwinkelt, wie das beispielsweise Fußballspieler tun, wenn sie einen Ball schießen wollen, dann werden automatisch die „Kniebeuger“ der hinteren Oberschenkels angespannt und gleichzeitig werden die „Kniestrecker“ am vorderen Oberschenkel aktiv – das macht die Beugung des Knies möglich.

Wenn Gelenke gebeugt werden, dann bewegen sich die Enden der Knochen gegeneinander und damit dies problemlos geschehen kann, sind die Knochen mit glattem Knorpel überzogen. Zwischen den mit Knorpel überzogenen Knochenenden befindet sich der Gelenkspalt, der die Gelenkflüssigkeit enthält. Zusammen mit dem Knorpel hat das eine stoßdämpfende Funktion.

Die Gelenkkapsel, die jedes Gelenk umgibt, besteht aus zwei Schichten, der Gelenk-Innenhaut und einer äußeren sehr festen Schicht. Von der Gelenk-Innenhaut wird die Gelenkflüssigkeit produziert.

Der Gelenkknorpel ist sehr glatt und elastisch, der Knochen wird von ihm an den gelenkbildenden Flächen schützend überzogen. Die Knorpelschichten sind nur ca. - 1-5 mm dick – dies ist aber ausreichend, um drei wichtige Funktionen im Gelenk zu übernehmen. Denn zusammen mit der Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) wird mit der Knorpelschicht ein beinahe reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen gegeneinander ermöglicht, da der Knorpel die sehr großen Kräfte aushalten kann, die bei Bewegungen zwischen den Knochen übertragen werden. Durch seine Elastizität fungiert er als Stoßdämpfer für die darunter liegenden Knochen.

Beim Knorpel handelt es sich nicht um ein totes Gebilde, denn er enthält Knorpelzellen, so genannte Chondrozyten, die “einsam” in dem dichten, elastischen Knorpelgewebe sitzen, das von ihnen selber produziert wird; diese Knorpelmasse wird auch Matrix genannt. Der Knorpel wird als einziges Gewebe im Körper nicht durchblutet und er enthält auch keine Nervenfasern – dies wirkt sich bei der Stoßdämpfung positiv aus, denn Blutgefäße und Nerven werden so nicht von dem entstehenden großen Druck zerstört. Andererseits wird die Ernährung der Knorpelzellen dadurch erschwert.

In gesunden Gelenken ist nur sehr wenig zähflüssige Gelenkschmiere vorhanden, im Kniegelenk beispielsweise ca. 0,5-2 ml. Doch ist dies ausreichend dafür, dass Knorpel und Knochen vor Stößen und Druck geschützt werden, die Versorgung der Knorpelzellen mit Nährstoffen ist so auch gewährleistet. Diese Versorgung wird durch die Gelenkbewegungen unterstützt, denn die beschleunigen wie eine Pumpe den Nährstoff- und Abfall-Transport. Bei Belastungen wird die Gelenkflüssigkeit und die darin enthaltenen Nährstoffe in den Knorpel gepresst, bei Entlastung gibt der Knorpel die Abfallprodukte in die Gelenkflüssigkeit ab.

Der Knorpel besteht hauptsächlich aus gallertartigem Knorpelgewebe, der Matrix. Die Knorpelzellen sind in diesem Knorpelgewebe eingebettet. Stoffe wie Kollagenfasern und lange Zuckerketten, die so genannten Glykosaminoglykane (GAGs) sowie Wasser sorgen dafür, dass die Matrix deutlich elastischer und nachgiebiger ist als beispielsweise Knochen. Bei Kollagenfasern handelt es sich um lange Eiweiß-Moleküle, durch die dem Knorpel vor allem seine Form und Stabilität verliehen werden. Die Glykosaminoglykane sind lange Ketten aus Zuckermolekülen, die in der Lage sind, sehr viel Wasser aufzunehmen - die Knorpelmatrix quillt dadurch zu einem gallertartigen, elastischen Knorpelgewebe. Die Glykosaminoglykane steuern beim Knorpel die Menge des Wassers, die er entweder abgibt oder aufnimmt. So kann die Dämpfung des Knorpels bei verschiedenen Belastungen individuell angepasst werden. Gleichzeitig ist durch die ständige Aufnahme und Abgabe von Wasser die Ernährung der Knorpelzellen gewährleistet.